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150 Tage mit ohne Haarshampoo

No-Poo, ohne Sch***?

Alexander Lang, am 30.10.2015

Was passiert, wenn man einfach mal kein Haarshampoo mehr benutzt? Ich habe es ausprobiert - fünf Monate lang - als kleines Randexperiment in Achtsamkeit und bewusstem Sein in der Materie...
Jetzt hätte ich mir das so schön zurecht gelegt: Meine Koketterie mit der Reduktion aufs Wesentlichste und Alternativem bestätigt, heldenhaft der Welt gedient... Aber um ehrlich zu sein, hat sich das ungetrübte Loblied in den letzten zwei Tagen doch noch ein wenig relativiert... Aber vor dieser kleinen Überraschung, alles besser der Reihe nach:

Die Vorgeschichte

Angefangen hat diese Geschichte für mich wohl so vor 15 Jahren. Ich habe irgendwo den Beauty-Tipp eines damaligen Supermodels aufgefangen, die Haare zwischendurch mal nur mit Wasser zu spülen und nicht immer mit Shampoo zu waschen. Keine Ahnung, warum dieser banale Fetzen Useless Information in meinen Gehirnwindungen hängen geblieben ist. Ich machte mir damals wie heute rein nichts aus Boulevard, aber ich habe mich über die Jahre immer mal wieder daran erinnert. Nicht ein einziges Mal ausprobiert, aber immer wieder daran erinnert.
Ich habe bisher zeitlebens beim quasitäglichen Duschen automatisch meine Haare mit Shampoo gewaschen - je mehr Schaum, desto besser.
Und dann kam dieser No-Poo-Trend und war mir nicht zu übersehen, selbst bei meinem heute recht überschaubaren Medien-Konsum: Bis ins englische Königshaus zu Prinz Harry soll diese Mode vorgedrungen sein und unzählige (offenbar) Weltstars (die ich nicht kenne, aber das heißt ja nichts mehr) sollen längst darauf schwören, mehr oder weniger auf Haarshampoo zu verzichten![1] Wieder erinnert an den Supermodel-Tipp von damals, erschien mir die Sache plötzlich sinnvoll, ja fast logisch, und ich wollte es ob der Perspektive einer garantiert spannenden Erfahrung gerne auch ausprobieren.
Das war diesen Frühling; ich stürzte mich sogleich umweglos in dieses Abenteuer - rückblickend ein wenig unbedarft, denn ich kam erst Monate später drauf, dass man sich auch hätte einlesen können; denn es gibt hier viele Herangehensweisen! Aber mein dezent ignorantes Unwissen war zugleich ein großer Segen, denn nur so konnte ich einfach meiner eigenen inneren Logik folgend es auf das mir plausible Minimum reduziert durchziehen...

Eine kleine No-Poo-Kunde

Im Laufe der vergangenen Monate habe ich aufgrund meines persönlichen Versuchs immer wieder mit unterschiedlichsten Menschen über Haarpflege gesprochen. Und siehe da, die Gepflogenheiten sind durchaus unterschiedlich, und man möchte gar nicht glauben, dass auch diese No-Poo-Geschichte schon so viele Leute - mit allen möglichen Erfahrungen - ausprobiert haben! Ich weiß jetzt, dass sich viele Leute die Haare nur einmal pro Woche waschen, viele Leute generell unzufrieden mit der Beschaffenheit ihrer Haare sind und immer wieder neue Wege der Pflege ausprobieren, oder dass Leute mit Glatze auch Haarshampoo benutzen. Man muss ja nicht alles verstehen. Und ich habe viele Möglichkeiten, Ratschläge und Ideen für den Fall gehört, dass man auf herkömmliches Haarshampoo und andere -pflegeprodukte verzichten will.
Übersetzung:
Denn darum geht es hier: "No poo" ist eine neukecke englische Abkürzung für "no shampoo" - also "kein Haarshampoo". (Wer das nicht weiß, übersetzt es womöglich anders - aber um Darmträgheit geht es hier definitiv nicht!)
Warum jemand überhaupt ohne Haarshampoo leben möchte, kann die unterschiedlichsten Gründe haben: Scheinbar haben tatsächlich viele Leute aufgrund dauerhafter Überpflegung (?) halbkaputte Haare und ernste Haar- und Kopfhautprobleme. Es gibt auch immer mehr, die immer weniger Kosmetika und Körperpflegeprodukte vertragen und deshalb nach Alternativen suchen. Es gibt die grünalternative Sicht, die möglichst weit back to the roots gehen will - zurück zu verlorener Natürlichkeit, bis hin zur grundsätzlichen Verweigerung von Chemie am Körper und im Abfluss und Plastikverpackungen (viel Glück bei der Suche nach Shampoo im Glas)! Und es gibt die, die einfach neugierig sind, weil so viel Hype darum gemacht wird. Und wer bitte will denn nicht die Haare von Prinz Harry? Naja...
In der No-Poo-Szene selbst teilen sich die Meinungen, ob man die Haare nun am besten einfach mit Wasser spült, natürlichere "Haarwaschseifen" benutzt, eigenhändig Pflegeprodukte (z.B. aus Natron oder Essig) braut, auf Trocken-Shampoos oder Haarpuder setzt, oder auch die Haare überhaupt und gar nicht mehr weder flüssig noch trocken "wäscht", sondern bloß nur mehr kämmt...[2]

Mein persönlicher Versuchsverlauf

Wie gesagt hatte ich mich Gott sei Dank null eingelesen, hatte keine Ahnung, was es hier alles an Überlegungen und Möglichkeiten gäbe. Und das war gut so - denn die ganzen Anleitungen mit unüberschaubaren Listen von dos and don'ts können nur zu Verwirrung, Verkomplizierung und Scheitern führen.
Ich hatte für mich die nachvollziehbare Logik erfasst und das reichte mir: "No poo" heißt kein Shampoo - also fing ich kurzerhand an, meine Haare nur noch mit Wasser zu "spülen". (Ich benutze fortan der Einfachheit halber lieber das Wort "spülen" für das Waschen der Haare ausschließlich mit Wasser.) Wie ich erst viel später lernte, ist der Fachterminus für dieses Vorgehen im Übrigen "Rinse-Only-Method"...
Es war für mich eine schlüssige Idee und ich war einfach neugierig, was ohne Shampoo auf meinem Kopf passieren würde. Ich hatte noch nie in meinem Leben Haarprobleme und hatte auch kein Problem mit Haarshampoo an sich. Richtigen Grund hatte ich also keinen, aber das Hinterfragen von unbewussten Gewohnheiten und Wahrheiten halte ich grundsätzlich für genial und dieses Experiment machte mir vom ersten Tag an einfach Spaß, also ging ich Tag für Tag weiter!
 

No-Poo-Tagebuch

Hier die Chronologie meiner laufenden Notizen, Gedanken und Erfahrungen, für alle, die es ganz genau wissen wollen - im Tagebuch-Stil... Die Zusammenfassung folgt eh im Weiteren! ;)

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Die ersten Tage

Habe meine Haare nun dreimal nur gespült. Dann wieder einmal mit bisserl Shampoo gewaschen, um noch einmal den Unterschied zu sehen. Nur - ich merke (noch?) keinen nennenswerten Unterschied.
Habe die Haare bislang so alle ein bis zwei Tage gespült - mit viel Rubbeln... länger und viel aufmerksamer beim Haarewaschen, als je zuvor in meinem Leben...
Erkenntnis: Die Haare brauchen zum Trocknen länger, als vorher - ich muss länger föhnen! Oder mache ich auch das einfach intensiver und detailreicher?
Erkenntnis: Auf meinem Kamm [Anm.: Kunststoff, simpelst, schwarz] ist nach einer Woche so viel gräuliche Ablagerung, wie sonst nach Monaten - muss den Kamm nun öfter säubern! Minus Haarshampoo = plus Kammreinigung...?
Die Haare sind völlig OK, erscheinen nur ein wenig schwerer und irgendwie leicht "strohiger"; als hätte ich Styling-Wax rein gegeben; sie halten auch die Form besser, aber wehen nicht so im Wind; absolut nicht fettig, aber schwerer; Nina sagte: "Spur depressiv"...
Erkenntnis: Die Haare riechen nicht! Natürlich riechen sie nicht nach Shampoo ;), sie riechen einfach gar nicht! Ich hatte noch nie ein schlechtes Gefühl mit den Haaren - und ich bin äußerst heikel bei Körperpflege. Nie eine Schuppe oder sonstwie sichtbares Zeichen! Würde sonst nicht raus gehen - und therapieren schon gar nicht!!

Tag 27

Nicht viel Neues. Wundersamerweise ist das alles überhaupt kein Problem - fast langweilig. Aber besser so, als auffällig... ;)
Jetzt habe ich zum ersten Mal das Gefühl, die Haare sind lockerflockiger und wehen richtig fein im Wind! :)

Tag 50

Jetzt mal bei großer Hitzewelle drei Tage gar nicht gewaschen - war auch OK...
Ich bin nun nicht mehr so intensiv schrubbend beim Haarewaschen, habe sie auch schon mehrfach einfach nur kurz gespült, und auch danach sehen sie super aus!
Ich habe den Eindruck, jetzt geht wieder ein Schritt weiter - es ist weniger Ablagerung am Kamm und die Haare sind schon bedeutend lockerer - obwohl sie langsam wieder relativ lang werden - wehen im Wind etc...
Also ich kann es nur uneingeschränkt empfehlen und es wird besser und besser!

Tag 81

Es ändert sich nicht viel...
Meine Haare fühlen sich jetzt manchmal nach Frottieren ein bisserl "verfilzt" an und ich habe das Gefühl, dass dadurch beim Durchkämmen mehr Haare am Kamm bleiben, als gewohnt... Aber das könnte auch darin begründet sein, dass mein letzter Schnitt schon wieder vier Monate her ist... Spliss? Keine Ahnung... Nach Kämmen und Föhnen sind sie jedenfalls gut locker und keine Spur "filzig"...
Ich hadere im Moment also mehr mit dem Schnitt, als mit dem Haarmaterial! ;)

Tag 109

Über 100 Tage geschafft! Ist schnell gegangen!
Meine Frisur ist mittlerweile nicht mehr so toll - der Friseur ruft...
Meine Haare sind immer noch nach dem Frottieren zuerst schwer zu kämmen - splissig? - aber das liegt wohl eher am fehlenden Schnitt...
Freilich sind die Haare nicht jeden Tag nur immer supertoll - aber im heißesten Sommer ever hätt ich auch mit Shampoo manchmal bisserl verschwitzt ausgeschaut unter dem Fahrradhelm... Ach, die Haare sind jetzt einfach schon zu lang...

Tag 148

Habe jetzt zum ersten Mal wieder mit Shampoo gewaschen, um darüber berichten zu können. Musste drei- oder viermal shampoonieren, damit überhaupt was schäumte ;) - aber Nina sagte schon, dass dieses (mir bisher unbekannte) Naturshampoo sowieso nicht viel schäumt... Die Haare waren dann total quietschig ("-sauber"?), wie sie "no poo" freilich nie waren... Aber sie schienen nach dem Waschen noch viel viel schwerer durchzukämmen zu sein - dachte, ich komm gar nicht mehr durch - aber es ging dann schon und verwunderlicherweise blieben dabei KEINE Haare am Kamm, wie sonst letztens immer "no poo".
Komisch: noch schwerer zu kämmen, aber dafür alle Haare dran geblieben!? Und der zuvor frisch geputzte Kamm ist freilich auch nach dem Kämmen absolut rückstandsfrei...
Ich muss gestehen, die Haare sind schon weicher, noch leichter; ich habe mich die letzten fünf Monate auch gut gefühlt, aber jetzt nach dem Shampoo fühlt es sich tatsächlich und auf unerwartete Weise irgendwie noch feiner an... Bin verwirrt...

Tag 149

Toll ist jedenfalls, dass die Haare heute am Tag zwei nach Shampoo - trotz Haubenwetter - immer noch wunderbar aussehen. Ich erinnere mich an wenige solche zweite Tage früher!
Ich bin immer noch verwirrt, aber nicht mehr so begeistert vom Shampoo-Effekt wie gestern, unmittelbar nach dem Waschen. Ja, mein Haar ist irgendwie weicher, was wohl positiv zu werten ist. Aber es fühlt sich auch viel feiner und dünner an und die Haare scheinen durch diese seidige Glätte viel eher aufeinander zu gleiten und mehr der Schwerkraft zu folgen - ich streiche sie permanent aus dem Gesicht und sie gleiten instantan wieder herein - das muss wohl vor paar Tagen anders gewesen sein, denn daran kann ich mich in junger Vergangenheit überhaupt nicht erinnern...
Ausgesehen haben die Haare vor und nach Shampoo gut - siehe Bilder... Es hat also alles Für und Wider...

Tag 150, bzw. die Geschichte mit dem Friseur

Exkurs:
Mein Friseur ist übrigens eine der besseren Adressen in Salzburg, und das nicht, weil man dort schon mal neben wem sitzt, den "man kennt" (und wenn ich wen erkenne, will das echt was heißen), sondern weil er einfach echt gut mit Haaren umgehen kann. Mir imponieren Leute, die etwas gefunden haben, das sie echt drauf haben! Zugegebenermaßen bin ich kein allzu tolles Aushängeschild für ihn - oder zumindest nicht immer, denn ich bin ein notorisch säumiger Friseurgänger. Das war schon immer so. Deswegen habe ich zeitweise eine tolle Frisur, oder schaue eher verwegen aus - je nachdem, ob Sie mich sehen, wenn ich unlängst, oder vor Monaten beim Friseur war. Das läuft stets gleich ab: Immer dann, wenn mich ein Jesus-Lookalike im Spiegel anlächelt, fällt es mir erst auf, dass es vor zwei Monaten schon höchste Eisenbahn gewesen wäre, die Schere anzusetzen...
Zurück:
Der lange erwartete Friseurtermin heute: Ich fragte meinen Figaro also, während er großzügig beim Ausholzen war, ob ihm irgendetwas aufgefallen wäre. Abgesehen von seiner Verwunderung, dass ich schon wieder ein halbes Jahr nicht da war, wäre ihm nichts außergewöhnlich erschienen. Als ich ihm dann erzählte, dass ich bis zwei Tage zuvor fünf Monate kein Shampoo am Kopf hatte, schaute er mich doch leicht bedenklich an und ich musste es ihm genauer erklären. Er fragte, ob denn da nicht die Kopfhaut arg zu jucken anfing; und er konnte sich nicht wirklich vorstellen, dass es gut aussehen kann und vor allem, dass der Geruch der Haare nicht ungut wird mit der Zeit. Aber wir kamen überein, dass Körperpflege und Kosmetik bei uns wohl generell eher grenzwertig viel betrieben wird, als zu wenig...
Auf den zweiten, nun suchenden Adlerblick des Meisters dann doch eine spannende Erkenntnis: Zwischen drinnen seien immer wieder einzelne kürzere, offenbar erst wachsende Haare, was normalerweise ein Indiz dafür ist, dass ausgegangene nachwachsen. Haarausfall konnte ich ja absolut nicht beobachten - abgesehen von den erwähnten Haaren am Kamm, was mir aber immer aufgrund der mit der Zeit schweren Kämmbarkeit plausibel erschien. Jeder gesunde Mensch verliert anscheinend durchschnittlich 100 Haare jeden Tag ganz natürlich[3] und ausgehen können Haare ja aus allen möglichen Gründen, von Stress bis Ernährungsumstellung, wahrscheinlich auch bei Umstellungen der Pflegegewohnheiten - keine Ahnung... Nachwachsen ist aber immer gut, denke ich. Oder werden es gar mehr Haare?
Jedenfalls ist meine Frisur jetzt wieder einmal frisch, kurz, tipptopp und ich fühle mich in der Tat sehr hübsch - vielleicht sollte ich doch öfter zum Friseur gehen? ;)

Erkenntnisse zusammengefasst

Ich war in der Jugend heikel und mitunter durchaus eitel in Bezug auf mein - damals schon oft ein wenig längeres - Haupthaar, und das bin ich bestimmt auch heute noch tendenziell. Zeitlebens habe ich mir quasitäglich mit Shampoo die Haare gewaschen und es war immer bestens OK so für mich - ich hatte ehrlich gesagt nie zuvor einen Anlass, das zu hinterfragen. Doch jetzt reizte es mich einfach.
Ich bin absolut nicht gestartet mit einem strikten Shampoo-Verbot oder einem fixen Ziel, es X Tage aushalten zu müssen, sondern wollte einfach schauen, was passiert, wenn ich Haarshampoo weglasse, bzw. wie viel davon wirklich nötig ist für mich! Ich blieb ja währenddessen voll im Leben - arbeitete, stand auf der Bühne, hielt Vorträge und Seminare ab und Familienfeiern aus - und fettige, ungepflegte Haare gingen für mich noch nie und wären auch jetzt bestimmt nicht tragbar gewesen für mich!
Zur nochmaligen Klarstellung (weil es scheinbar viele Leute verwirrt): Dieses Experiment drehte sich einzig und allein um das Weglassen von Haarshampoo! Ich habe nach wie vor hohe Reinlichkeitsstandards, täglich mit Duschgel geduscht etc., die Haare halt einfach nur mehr mit Wasser gespült. Hätte irgendwas in irgendeiner Weise gerochen oder ungepflegt ausgesehen, hätte ich sofort wieder Shampoo benutzt! Aber das hat es nie! Es ging eigentlich fast zu leicht. Fast langweilig ereignislos.
 

Pro "No-Poo"

Offensichtliches: No-Poo ist ressourcen-, geld- und umweltschonend. Jedes nicht verbrauchte Verbrauchsprodukt schont selbstverständlich die Welt...
Es war echt bemerkenswert, dass die Haare immer - auch am Anfang! - gut ausgesehen haben. Nach einem Monat wurden sie vielleicht noch ein wenig lockerflockiger, aber niemand hätte es je vermutet, dass ich längere Zeit ohne Shampoo unterwegs war. Klicken Sie die Vergleichsfotos an und machen Sie sich selbst ein Bild - sehen Sie einen Unterschied?
Der "zweite Tag" ist um Welten besser, und ich kam nun auch mal problemlos drei Tage gänzlich ohne Haarewaschen durch - und das trotz Rekordhitze in diesem Sommer -, was früher ziemlich sicher optisch nicht vertretbar gewesen wäre für mich.
Ich bekam einen viel intensiveren Kontakt zu meinen Haaren - es war eine sehr bewusste Auseinandersetzung mit meinem Körper - und ein Plus an achtsamer Beziehung zum eigenen Körper kann nur gut tun und bringt gesteigertes Körpergefühl!
Dieses Mehr an Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber hat mich einiges subtiler Spüren gelehrt, durch mehr Aufmerksamkeit wurde meine Wahrnehmung feiner: Ich bemerkte z.B. große Unterschiede in der Reaktion meiner Haare auf die Wasserqualität, wenn ich nicht zuhause unter der Dusche war. Das war mir schon vorher auch prinzipiell klar, dass Wasser von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich ist, aber wirklich merklich war das für mich früher nicht.
Die Frisur hielt irgendwie besser, bzw. die Haare blieben viel lieber dort, wo ich sie haben wollte. Das fiel mir erst auf, als sie nach Haarshampoo am Tag 148 nur mehr frei herum und ins Gesicht herein gleiten wollten. Ich empfand das dann plötzlich als ungemein nervig.
Ich persönlich bin sehr empfindlich gegenüber Gerüchen - besonders auch in punkto Körpergeruch, bei -pflegeprodukten, Düften, Kosmetika etc. Ich mag z.B. auch keine Waschmittel mit Duft. Egal welcher Duft. Ich bevorzuge - soweit möglich - immer Geruchsneutralität. Da mir das wichtig ist, habe ich immer wieder Leute an meinen Haaren schnuppern lassen und es blieb immer bei der einen - oft erstaunten - ". "Antwort, dass man es nicht riecht! Freilich riechen shampoolose Haare nicht nach parfümiertem Shampoo - sie riechen nach sehr wenig, einfach minimal nach natürlichen Haaren! Schnuppern Sie an Ihrem Handrücken - ich habe es gerade gecheckt - der riecht im Normalfall auch nach "nichts" (anderem als Körper), und das finde ich absolut bestens so!
Es war vom ersten Tag weg wirklich kein Problem für mich - und wurde mit fortlaufender Zeit nur besser...

Contra "No-Poo"

Ich musste meinen simplen Kamm öfter (vielleicht alle zwei-drei Wochen, statt früher alle paar (?) Monate) reinigen, weil sich dort deutlich mehr hellgraue Ablagerung anlegte. Ich fand das leicht unpraktisch, aber nicht weiter unangenehm - am Kopf war ja nie die geringste Spur davon zu sehen, und solange es nur der Kamm ist... Die Ablagerungen wurden nach ca. zwei Monaten und auch weiterhin mit der Zeit weniger.
Mein Wasserverbrauch steigerte sich wahrscheinlich leicht, weil ich - vor allem am Anfang - meine Haare länger und umso intensiver spülte beim Duschen. Mit der Zeit habe ich aber erkannt, dass das überhaupt nicht sein muss bzw. vielleicht sogar kontraproduktiv ist. Also dieses Argument ist ab dann keines mehr, wenn man sich bemüht, kurz zu duschen. Und das sollte man wohl generell versuchen - mit oder ohne Shampoo...
Dass ich subjektiv länger föhnen musste, werte ich als Nachteil. Aber die Wissenschaftlichkeit dieser Wahrnehmung tendiert gegen eher wenig...
Ich werde es nicht klären können, ob es daran lag, dass ich einfach zu lange meinem Friseur fernblieb, oder ob es meiner Haarpflege geschuldet war: Jedenfalls wurden meine Haare mit der Zeit schwerer zu kämmen und ich hatte den Eindruck, dadurch mehr Haare im Kamm zu haben, als ich es gewohnt war. Mein Friseur (Tag 150) fand Anzeichen für nachwachsende Haare - aber ich glaube nicht, dass mir Haare im Sinne von Haarausfall abhanden gekommen wären, denn ich hatte nie irgendwo Haare bemerkt, auch nicht im Abflusssieb der Dusche oder sonstwo - nur eben am Kamm... Keine Ahnung.

Im Vergleich

Meine Haare waren nach dem ersten herkömmlichen Waschen mit Shampoo (Tag 148) irgendwie noch feiner, leichter und weicher. Im ersten Moment war es ein unerwarteter Unterschied, denn mir kamen die Haare bis zu diesem Vergleich auch locker genug vor und wehten einzeln im Wind. Aber sie waren mit Shampoo definitiv weicher - wie weichgespült. Optisch war nicht viel Unterschied auszumachen... Mit zwei Tagen Abstand war ich mir dann unsicher, ob das für mich nun gut war oder nicht. Ich hatte zeitlebens dichtes, sogenannt dickes, wunderbares Haarmaterial. Aber plötzlich fand ich sie zwar weich und seidig, aber zum ersten Mal in meinem Leben dünn! Und mir ging gehörig auf die Nerven, dass sie plötzlich dem Ruf der Schwerkraft in mein Gesicht viel bereitwilliger Folge leisteten - aber das kann man dann freilich wieder mit längst überfälligem Schnitt argumentieren...
Nein, ich habe mir noch nie die Haare gefärbt: Je nach Licht und Fotoapparatur habe ich auf wundersame Art und Weise eine ganz andere Haarfarbe. Die zur Verfügung stehenden Vergleichsbilder sind also in diesem Punkt leider schwer vergleichbar... ;)
Ach, das ist alles so subjektiv. Ich hätte vielleicht am liebsten die leicht andere Weichheit der Haarshampoo-Haare, aber mit der gefühlten Dicke und dem Halt der No-Poo-Ära...
 

Grundsatzfrage Körperpflege

Die eigentliche Frage ist dann wohl: "Wie viel Körperpflege braucht der Mensch?" Und man kann sie wohl nicht umfassend beantworten. Ohne Haarshampoo könnte ich gut leben, glaube ich nun. Aber sonst kann ich mir keine große Reduktion mehr vorstellen...

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Die eigentliche Frage ist dann wohl: "Wie viel Körperpflege braucht der Mensch?" Und man kann sie wohl nicht umfassend beantworten. Ohne Haarshampoo könnte ich gut leben, glaube ich nun. Aber sonst kann ich mir keine große Reduktion mehr vorstellen - ohne Zähneputzen, Seife, Duschgel und Deo kann und werde ich bestimmt nicht so schnell sein wollen.
Neulich hörte ich im Vorbeigehen am Markt eine Natursalben-Verkäuferin sagen, dass es eigentlich das Ziel sein sollte, nicht mehr schmieren zu müssen, anstatt täglich bis in alle Ewigkeit diese und jene Produkte aufzutragen. Das leuchtet mir ein. Aber wenn ich ein Gesicht sehe, dessen eine Hälfte über Jahre viel mehr der Sonne ausgesetzt war, als die andere, nehme ich doch sehr gerne Sonnencreme...
Bei Neugeborenen empfiehlt man übrigens, sie die ersten Monate nur mit Wasser (und wenn man hat und mag ein wenig Muttermilch) zu baden und gegebenenfalls stellenweise mit hochwertigen Ölen zu reinigen - und Babys sind erfahrungsgemäß nicht überall immer sauber... Aber das funktionierte auch für uns perfekt so und wir haben erst nach und nach angefangen, unseren Kleinen mit hochwertigem Duschgel zu waschen.
Vielleicht geht es auch um eine Gewöhnung des Körpers? Vor zwei Generationen war es nicht einmal normal, oft zu duschen oder gar zu baden - man hat sich mit einem Waschlappen gereinigt und die Haare viel seltener gewaschen als heute. Die Haare unseres Dreijährigen sind jedenfalls stets wunderschön, auch wenn sie bislang nur alle heiligen Zeiten Shampoo gesehen haben...
Der Vergleich zur zweiten Haut liegt nahe: Experten empfehlen Jeans eher nicht zu waschen, sondern nur auszulüften! Und Niki Lauda wäscht sie gar nur alle 14 Tage, wenn es keinen akuten Anlass gibt.[4] Klar, regelmäßiger Unterwäsche-Wechsel sollte aber wieder vorauszusetzender Standard sein... Ich selbst mag echt nur geduscht und mit frischem T-Shirt an der Behandlungsliege stehen und arbeiten. Und auch meine Hosen wasche ich dann schon rechtzeitig, bevor sie speckig werden - aber ansonsten sehe ich es beim Beinkleid eher anlassbezogen wie der Herr mit der Kappe...
Körperpflegeprodukte als Notwendigkeit oder selbsterfundenes Zivilisationsproblem? Ich weiß es nicht. Ist "no poo" schon ein movement[5] und braucht es das wirklich? Wahrscheinlich nicht. Aber sich auch in Sachen Hygiene seine Gepflogenheiten bewusster zu machen, kann ich uneingeschränkt empfehlen. Aber die Antworten kann sich jeder nur selbst geben, zu individuell sind die Fragen und Bedürfnisse.
Was ich dann mit der Zeit alles hörte von selbstgebrauten "Backpulver-Shampoos"[6] und dergleichen war und ist mir unverständlich. Wo soll der Sinn liegen, statt Shampoo Backpulver und/oder Essig in die Haare zu gießen? Ich habe keinen Grund gehabt, Haarshampoo substituieren zu wollen! Warum auch? Weglassen hingegen erschien mir sinnvoll. Warum auch immer. Und ob ich je neues Shampoo aus isländischem Kuh-Urin oder einen Bakterienspray statt Dusche und Deo benutzen werde wollen, ist mehr als fraglich.
Dass ich für meinen Körper und Mutter Erde möglichst weg von Chemie und Sinnlosigkeit will, ist selbstverständlich. Aber ich kann dabei guten Gewissens Auslangen mit Reformhaus-Mittelklasse-Produkten finden, auch wenn ich mich in den Augen so mancher Öko-Freaks dadurch als naiv, inkonsequent und scheinheilig darstellen mag...

Fazit

"Zvü is meistens nia guad!", habe ich von meiner Oma gelernt - und soweit kann ich auch beim Haarewaschen folgen. Tägliches Shampoonieren muss bestimmt nicht sein - das leuchte mir ein. Überhaupt verlief mein Verzicht auf Haarshampoo bemerkenswert unspektakulär - fast langweilig. Ich kann Berichte anderer, die von fettigen Haaren und Kopfhaut-Juckreiz[7] berichten, überhaupt nicht bestätigen. Ja, die Haare sind ein wenig anders und am Anfang vielleicht ein wenig schwerer oder träger (fettig ist was ganz anderes!), aber sie waren nie schlecht und es wurde mit der Zeit nur besser und besser...
Ich habe die Natürlichkeit meiner Haare sehr lieben gelernt, überhaupt noch ein besseres Gefühl für meinen Körper bekommen. Ich kann heute noch weniger als früher verstehen, warum man sich in frischgewaschene Haare z.B. Gel reinschmieren soll, damit sie strähniger aussehen - aber in diesem Fall ist es mir eine Ehre, wieder einen Schritt weltfremder geworden zu sein...
Ob No-Poo schon der halbe Weg zur Lichtnahrung ist - von wegen sich selbst regulierender und versorgender Körper - wird man sehen. Womöglich ist auch Körperpflege eine Frage des Bewusstseins. Ich, der ich mich mit erweiterten Bewusstseinszuständen und Geistheilung abgebe, der ich glaube, dass alle Materie nur die äußerste Schicht und das Resultat feinstofflicher Abläufe dahinter ist, muss folgerichtig auch hier offen dafür sein, grundlegende Körpereigenschaften als mit geistigen Haltungen verbunden anzusehen. Come on, ich bin über Feuer gelaufen und meine Füße blieben kühl - da werden sich doch bitte die Haare am anderen Körperende auch mit der Umwelt gütlich arrangieren können, oder? Es soll ja im fernen Osten Meister[8] geben, die so rein sind, dass selbst ihr Gewand nicht schmutzig wird. Oder so...
Aber wenn man nun nicht seine ganzen geistigen Fähigkeiten unentwegt dafür aufbringen möchte, seine körperliche Erscheinung zu steuern, wird man wohl an manchem Morgen mit verlegten Haaren aufwachen, und "good hair days" und "bad hair days" hat man wohl immer - unabhängig von den weltlichen Pflegegewohnheiten...
Ernst:
Ich empfehle es Ihnen herzlich: Probieren Sie es aus, was passiert, wenn Sie alltägliche Gewohnheiten hinterfragen und beispielsweise mal einfach auf Haarshampoo verzichten. Vergessen Sie die Vorurteile und holen Sie sich Ihre eigene Wahrheit durch einen Selbstversuch - Sie können dabei nur gewinnen, wie ich und 86% der Teilnehmer einer Studie, die ohne Shampoo gleich gutes oder besseres Haar bestätigten![9]

Und nun?

Mal sehen! Ich werde sicher nicht wie früher quasitäglich mit viel Shampoo die Haare waschen. Der Sinn dahinter ist mir im Moment nicht erschließlich. Ich werde aber wahrscheinlich hin und wieder Shampoo verwenden, nach einem Chlorwasser-Ausflug oder einem ayurvedischen Öl-Stirnguss, oder einfach, wenn mir sonstwie danach ist!
Starre Regeln, Verbote und selbstauferlegte Einschränkungen sind das Gegenteil von dem, was ich anstrebe. Es kann nicht um Verzicht als Selbstzweck gehen. Ich strebe nach mehr FreiSein! Aber sich bewusst und immer wieder neu entscheiden zu können, etwas weg zu lassen, was man offenbar nicht (mehr) braucht, empfinde ich durchaus als sehr freimachend!
Dieses FreiSein bedingt aber auch, dass ich nicht genau versprechen will und kann, wie ich es künftig leben werde. Ich mutmaße, dass ich in Zukunft nicht sehr viel Shampoo brauchen werde. Vielleicht startet die altmodisch Duschhaube noch einen Siegeszug in meinem Bad, es geht noch einen Schritt weiter von spülen zu überhaupt weniger waschen und ich verinnerliche, öfter mit trocken bleibenden Haaren zu duschen...?
Ein weiterer Nachbericht in einiger Zeit wird sich bestimmt rentieren! Vielleicht tauchen ja noch ein paar unerwartete Ahas auf...
Danke fürs Lesen und Bitte ums Hinterlassen eigener Kommentare! :)
 

Nachtrag 30.11.2015

Schon sind zwei Monate seit dem Friseurbesuch verstrichen - insgesamt bin ich schon über 200 Tage in diesem Experiment mehr oder weniger ohne Haarshampoo. Und aus einem Ausprobieren ist längst eine Gewohnheit geworden, die mich eigentlich nicht mehr viel beschäftigt.
Und ein letztes Mal zur Klarstellung: Ich habe auch während der letzten Monate meine Haare "gewaschen", nur eben dabei das Haarshampoo weggelassen. Dieser an sich simple Gedanke scheint vielen echt schwer vorstellbar zu sein - so sehr sind wir Menschen offenbar Gewohnheits-Tiere. Ich habe mir also ganz normal unter der Dusche das Wasser reichlich über den Kopf rinnen lassen, gerubbelt, danach die Haare frottiert und dann geföhnt. Ja, gewaschen! Aber nur mit Wasser.
Ich habe jetzt nach Wochen wieder einmal Shampoo benutzt, bewusst, um den Unterschied zu sehen. Abgehen täte es mir immer noch nicht - oder immer weniger... Ein paar neue Gedanken und kleine Erkenntnisse habe ich aber noch sammeln können:
Optisch und geruchsmäßig sind meine Haare weiterhin topp und es könnte und konnte niemand viel Unterschied feststellen.
Mit Kurzhaarschnitt ist alles wohl generell noch unkomplizierter.
Und mit kurzen Haaren ist "no poo" sogar noch besser! Das erste, was der Friseur tut, nachdem der Kurzhaarschnitt fertig ist, ist eine Pomade, Wachs, Gel oder whatever in die frischen Haare zu matschen - "damit die Haare Struktur bekommen und strähniger sind", weil sonst (meine?) kurze Haare nicht wirklich viel tolles Eigenleben haben.
Das mochte ich noch nie, weil ich mir dann nicht durch die Haar fahren kann, ohne meine klebrigen Hände hernach waschen zu müssen und weil ich mit dem Zeug drinnen nicht ins Bett gehen mag, da sonst mein Polster (wie alles andere, was den Kopf berührt) eben nach Haargel riecht. Und ich mochte es auch optisch nie, wenn man sieht, dass man irgendwas in den Haaren hat (abgesehen von einer kurzen Phase der Umnachtung, während der ich im "wet-look" in die Schule ging *schüttel*)...
Wie oben schon ausgeführt, haben natürliche Haare, die ohne Haarshampoo gewaschen werden, von sich aus mehr Fülle, Struktur und Halt - was heißt, dass ich auch ganz ohne Wachs oder dergleichen Form in meine kurzen Haaren bekomme, was ich sehr gut finde - insbesondere bei kürzeren Haaren.
Das kleine Gegenargument der vermehrten Rückstände am Kamm ist auch keines mehr, da ich meine kürzeren Haare nur alle paar Tage (wenn überhaupt) durchkämme.
Ich komme ganz gut klar damit, manchmal - wenn es mich einfach freut oder es einen richtigen Anlass (wie etwa rauchgeselchte Lagerfeuergestank-Haare) gibt - Haarshampoo zu benutzen, und dann wieder wochenlang nicht. Mein Haupthaar scheint das nicht zu verwirren. Dann ist es eben ein-zwei Tage lang ein wenig feiner, dünner, seidiger (wie oben beschrieben - ein wenig anders einfach), und dann wieder, wie ich es mittlerweile gewohnt bin und irgendwie lieber mag.
Ein Punkt, auf den ich alleine nicht gekommen wäre (danke für den Input bei einem aufschlussreichen Gedankenaustausch!): Ich hatte nie infrage gestellt, auch auf den Föhn zu verzichten. Ich mag es überhaupt nicht, mit nassen Haaren raus zu gehen und föhne damals wie heute grundsätzlich und immer zügig nach dem Haarewaschen. Man kann aber wohl Argumente wider den Föhn finden: Natürlichkeit, Stromverbrauch, Kosten, Konsum, wieder ein Gerät mehr, das man besitzen muss...
Ich bin zudem überzeugt, dass meine Haare geföhnt besser aussehen - aber das wäre wieder einen eigenen Versuch wert, der mich bloß überhaupt nicht reizt...
Was ich bislang nicht so bedachte bzw. betrachtete: Haarshampoo, und andere -pflegeprodukte analog, machen freilich schon was mit dem Haar und haben unbestritten Wirkung. Ich hatte bislang entweder das Glück, nie ein für mich zu unpassendes Produkt auf den Kopf bekommen zu haben, oder mein Körper ist auch in diesem, wie in vielen anderen Punkten, relativ unproblematisch bzw. unerschütterlich. Das mag für andere Leute, die speziellere Bedürfnisse haben, anders sein. Ich merke keine großen Unterschiede zwischen unterschiedlichen Shampoos, und auch das Auslangen ganz ohne Shampoo ist mir offenbar relativ egal - im Sinne von gleich gut.
Ein neues Aha ging mir letztlich noch auf (und es wird mich auch in anderen Bereichen weiterhin beschäftigen): Meine fragende Suche hat sich inzwischen wegbewegt von "Was brauche ich echt?", hin zu in etwa "Wie kann ich mein Optimum erreichen?".
Wirklich brauchen tue ich persönlich generell nicht viel. Und Haarshampoo offenbar schon gar nicht. Das ist an sich gut zu wissen. Aber ich frage mich, ob das maximal Reduzierte gleichzeitig das Höchste und Schönste ist, was ich erreichen kann und will!?
... und so kommt man selbst von den Haarspitzen doch wieder zurück zu den Wurzeln, wird vom scheinbar Profanen zurück geführt zu den großen Fragen des Seins, was das Beste überhaupt sei, was es sich zu wollen lohnt, und für was eigentlich... So schließt sich wieder ein Kreis - und die Haarspalterei hat ein Ende, bzw. beginnt von vorne...
 

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Kommentare

Es gibt hierzu schon 2 Kommentare:
petra
am 06.12.2015, um 07:25 Uhr
Hallihallo, schön, wollt vor ein paar Tagen einfach durchrufen, was das Leben so mit dir reibt (oder du mit dem Leben ;-)) hab voller Genuß deinen Artikel gelesen / Fotos bestaunt, und ja bei dir tut sich ja auch einiges, wundervoll zu lesen, DANKE. Hab die TEH so nebenbei gemacht, denn die Chemie wurde immer unstimmiger, zum Wohle Aller. Seitdem rege ich "Klienten" an, selber herzustellen und einfach rein spüren....Mein Licht-Blick "Kollege" denk an dich, fehlst mir schon....Alles Liebe DIR und deiner Familie, herzlicht p.e.h.
Alexander Lang Alexander Lang
am 14.03.2016, 16:11 Uhr 
Liebe Petra, ein Danke für Deinen Beitrag!

Du sagst es: Es geht darum, selbst zu spüren und die eigenen Wahrheiten zu finden - und darum ging es in diesem ganzen Artikel.

@Haare: Bei mir hat es sich mittlerweile so eingependelt, dass ich meine Haare insgesamt weniger wasche(n muss) - so zirka alle drei Tage vielleicht, statt früher - unhinterfragt - quasitäglich. Manchmal mache ich es ordinär mit Shampoo, manchmal spüle ich nur mit Wasser - je nach Lust und Laune. Und damit geht es mir und dem, der mir gekampelt aus dem Spiegel zulacht, sehr gut!

Eine generelle Anmerkung noch: Dass dieser Artikel derart schief beäugt rezipiert wird, hätte ich mir nie gedacht. Scheinbar ist es so: Machst du energetische Arbeit, zuckt keiner mehr mit der Wimper (ev. höchstens mit den Achseln); sprichst du von außerkörperlichen Erfahrungen und bewussten Astralreisen in andere Dimensionen, steigen zwar viele aus, aber es kümmert keinen sehr; aber wagst du es zu hinterfragen, ob man Haarshampoo wirklich braucht, legen dich dermaßen viele Leute in die "völlig verrückt"-Schublade, dass man es nicht für möglich halten würde. Da gingen die Wogen auf Knopfdruck hoch, dass mir mehrmals der Mund offen stehen blieb, weil ich regelrecht angegriffen wurde! Hallo?? Womit bitte bin ich einigen damit zu nahe getreten?

Ich habe es zwar noch nicht ganz verstanden - aber bei Körperpflegegewohnheiten hört sich scheinbar der Spaß auf! Gut, dass ich humorvoll bin, und mir das Lachen noch nicht vergangen ist...
;)

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